“Entsetzliches Fanal”
Nach den Selbstverbrennungen der vergangenen Monaten in Tunesien, Ägypten, Libyen und vielen anderen Ländern berichtet nun auch die Berliner Zeitung über die Geschichte dieser Protestform.
Im recht informativen Artikel finden sich jedoch einige kleine Fehler. Beispielsweise wird über eine Selbstverbrennung in Indien berichtet:
Binnen kurzer Zeit löste sich die neue Protestform aus dem kulturellen Zusammenhang, in dem sie entstanden war. Schon 1964 protestierte ein Tamile auf diese Weise erstmals gegen das Vordringen der Hindu-Sprache in Indien, und 1965 verbrannten sich binnen kurzer Zeit drei Amerikaner aus Protest gegen den Kriegseintritt der USA auf Seiten Südvietnams.
Der Mann, der sich 1964 verbrannte, protestierte jedoch nicht gegen eine Hindu-Sprache – eine solche gibt es gar nicht -, sondern gegen die Einführung von Hindi als Amtssprache. Dies erschwerte Tamilsprechern den Zugang zu Studienplätzen sowie staatlichen Stellen und wurde deshalb in Tamil Nadu als interne Kolonialisierung durch Nordindien betrachtet. 1965 folgte eine Welle an Protestsuiziden aus der selben Motivation, bei der sich mehrere Menschen selbst verbrannten und selbst vergifteten. Bedingt durch den Krieg auf Sri Lanka kam es im Jahr 2009 zu zahlreichen weiteren Protestsuiziden im Bundesstaat.
