Medica Mondiale präsentiert die erste Studie über Selbstverbrennungen afghanischer Frauen.
Selbstverbrennungen in Afghanistan
Veröffentlicht März 3, 2007 Postkolonialismus , Selbstverbrennung , Self-Immolation , Suizid 0 KommentareNeue Veröffentlichung über Sati
Veröffentlicht Februar 8, 2007 Indien , Postkolonialismus , Selbstopfer , Suizid 0 KommentareBei Indologica findet sich ein Hinweis über eine neue Veröffentlichung über die so genannte Witwenverbrennung in Indien. Major, Andrea (Hrsg.): Sati : a historical anthology.
Photo-Essay: “Inside Hizballah”
Veröffentlicht Januar 13, 2007 Fundamentalismus , Islamischer , Libanon , Naher Osten 0 KommentareLeon Czolgosz und Saddam Hussein
Veröffentlicht Dezember 30, 2006 Execution , Hinrichtung , Mediengesellschaft , Todesstrafe , Überwachen und Strafen 3 KommentareHeute am 30.12.06 wurde der frühere irakische Diktator Saddam Hussein hingerichtet. Schon kurz darauf strahlte der staatliche Fernsehsender Al-Iraqiya Filmaufnahmen der Hinrichtung durch den Strang aus.

Bilder der Hinrichtung und ein Teil des Videos sind bei CNN.com abrufbar: Saddam Hussein Execution.
Dass Filmaufnahmen einer Exekution veröffentlicht werden (die heute durch Internet und Fernsehen ein weltweites Publikum finden) mag sehr neu erscheinen, hat aber eine längere Geschichte als gemeinhin angenommen.
Schon im Jahre 1901 entstand ein Film, der, anhand von Augenzeugenberichten, die Exekution des anarchistischen Attentäters Leon Czolgosz auf dem elektrischen Stuhl detailgetreu nachstellte. Czolgosz hatte den damaligen Präsidenten der USA William McKinley am 6. September angeschossen, worauf dieser eine Woche später verstarb.
Filmaufnahme von 1901
Ausschnitt der Aufnahme mit Vertonung "Ballad of Czolgosz" aus dem Broadwaymusical Assassins
Verglichen mit der Exekution Czolgosz’ erscheint der Tod Husseins durch Erhängen archaischer, wobei die öffentliche Hinrichtung (ebenso wie die Marter) nach Foucault eigentlich eine vormoderne Strafpraxis ist, die durch das Gefängnis abgelöst wurde.
Bei der Hinrichtung Saddam Husseins geht es wohl weniger um die Bestrafung einer Person, sondern mehr um eine öffentliche Machtdemonstration zur Stärkung des “Kollektivbewußtseins” (Vgl. Émile Durkheims Arbeiten zur Funktion der Strafe in Über soziale Arbeitsteilung). In dieser medialen Inszenierung treten nicht nur die Henker als Schauspieler auf, sondern auch Saddam Hussein selbst. Die Filmaufnahmen, die zeigen wie Saddam Hussein wütend und “ohne Furcht” in den Tod geht, werden wohl -entgegen ihrer Intention- zur Etablierung eines Märtyrermythos beitragen.
Der tote Leon Czolgosz wurde mit Schwefelsäure übergossen, damit sein Körper sich möglichst schnell zersetzte, seine Briefe und Kleider wurden verbrannt.
Was wohl mit dem Leichnam von Saddam Hussein geschieht?
Update: Saddam Husseins Leichnam wurde in der Nähe seiner Heimatstadt Tikrit bestattet. Tausende seiner Anhänger pilgerten nach der Beerdigung zu seinem Grab.
Die Irren von Indien und Pakistan
Veröffentlicht Dezember 30, 2006 Indien , Wahnsinn&Vernunft 0 KommentareDie Süddeutsche Zeitung vom 7.12.06 über das Buch “Schwarze Notizen. Geschichten der Teilung” des indisch-pakistanischen Schriftstellers Saadat Hassan Manto:
In der letzten Geschichte des schmalen Bandes, “Toba Tekh Singh”, geht es um den geplanten Irren-Austausch zwischen Indien und Pakistan. Zwei, drei Jahre, nachdem sich die beiden Staaten getrennt haben, soll alles auch darin seine Ordnung haben, dass man die muslimischen Irren von Indien nach Pakistan und die hinduistischen Irren von Pakistan nach Indien schafft. Das beunruhigt die Insassen. “Waren sie nun eigentlich in Pakistan oder in Indien? Wenn sie sich jetzt aber in Pakistan befinden sollten, wie war es dann möglich, dass sie noch vor ganz kurzer Zeit an diesem selben Ort in Indien gelebt hatten?” Eine überaus berechtigte Frage. Ein Irrer klettert auf einen Baum und ruft, er wolle weder nach Pakistan noch nach Indien, er wolle hier auf diesem Baum bleiben. Als man ihn gewaltsam zum Abtransport herunterholt, “umarmt er mit einer verzweifelten Gebärde seine und Hindu- und Sikhfreunde und weinte bitterlich.”
Massenselbstmord von Jonestown
Veröffentlicht Dezember 9, 2006 Massenselbstmord , Sekten 0 Kommentare
Trailer eines Dokumentarfilms, der sich mit dem Massenselbstmord (bzw. Massen-Mord) von Jonestown/Guayana im Jahre 1978 beschäftigt. Damals kamen 913 Mitglieder des Jim-Jones-Tempels ums Leben.

